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Wie KI unsere Erinnerungskultur verändert

Künstliche Intelligenz verändert unsere Erinnerungskultur nachhaltig. Mithilfe von „Grief-Tech“-Anwendungen können Verstorbene als interaktive Chatbots oder fotorealistische Avatare nachgebildet werden. Dadurch entsteht der Eindruck, weiterhin mit ihnen kommunizieren zu können. Die Grenze zwischen digitaler Simulation und echter Erinnerung verschwimmt.

Grundlage für digitale Abbilder sind Chats, Fotos, Videos und Sprachnachrichten. So lassen sich Schreibstil, Stimme und typische Verhaltensweisen einer verstorbenen Person nachahmen. Angehörige können Fragen stellen, Erinnerungen abrufen oder animierte Bilder und Videos erleben, die Verstorbene scheinbar wieder lebendig wirken lassen.

Diese Entwicklung bietet Chancen und Risiken: Für manche Hinterbliebene können KI-Avatare Trost spenden und die erste Phase der Trauer erleichtern.
Fachleute warnen jedoch, dass der fortlaufende Kontakt den natürlichen Trauerprozess und das Loslassen erschweren kann.

Es entstehen aber auch ethische Fragen: KI kann unpassende oder unauthentische Antworten erzeugen und Angehörige dadurch belasten.
Auch bleibt offen, ob Verstorbene einer solchen digitalen Nachbildung zu Lebzeiten überhaupt zugestimmt hätten.

Ihr Andreas Becker mit Team vom Bestattungshaus Regenbogen