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Impulse

In aufrichtiger Anteilnahme
Kondolenzbriefe können einen wichtigen Beitrag zur Trauerbewältigung leisten, denn sie zeigen den nächsten Angehörigen, wie sehr der Verstorbene geschätzt und vermisst wird. Doch trotz langer Tradition tun sich viele schwer, ihr Beileid in dieser Form auszudrücken. Aus Unsicherheit, was in diesem Moment angebracht ist, bleiben die Hilfsangebote oft vage und der Trauernde wird in die Position gebracht, sich bei Bedarf zu melden. Wie schwer es einem manchmal fallen kann, nach Hilfe zu fragen, ist wohl jedem bekannt. Ein konkretes Angebot kann deshalb zielführender sein. Schlagen Sie in der Beileidskarte zum Beispiel einen gemeinsamen Spaziergang oder ein Kaffeetrinken vor und kündigen Sie an, den Trauernden deshalb anzurufen, um einen Zeitpunkt zu vereinbaren. Solche konkreten Hilfsangebote zu stellen, mag vielleicht Überwindung kosten, doch sie sind für beide Seiten gleichermaßen wohltuend. Sich in der Trauer verbunden zu fühlen, macht diese weniger erdrückend und gibt Trost.
Ihre freie Entscheidung
Häufig werden wir gefragt, ob es Vorgaben gibt an welchen Bestatter man sich im Ernstfall wenden soll. In der Wahl des Bestatters sind Sie völlig frei. Unabhängig von Bestattungsart, Sterbeort oder dem Friedhof, auf dem die verstorbene Person beigesetzt werden soll. Auch ein regionales Aufteilungsprinzip nach Stadtteilen oder einem Einzugsgebiet gibt es nicht. Welchen Bestatter Sie beauftragen, ist allein Ihre Entscheidung, bei der Ihre Bedürfnisse und Vorstellungen von einer hilfreichen Betreuung im Vordergrund stehen sollten. Denn mit einem Bestatter geht man ein Vertrauensverhältnis ein. Oft kommen wir zum Gespräch zu den Angehörigen nach Hause und sitzen gemeinsam am Küchentisch, sprechen über sensible Themen, wie die Wünsche des Verstorbenen oder finanzielle Anliegen. Wir erleben die Familien in einer Ausnahmesituation und schließlich nehmen wir den Verstorbenen in unsere Obhut. Uns ist bewusst, dass wir in diesem Moment in einen sehr privaten Bereich gelassen werden und wir gehen verantwortungsbewusst und sensibel damit um. März 2024
Von der Wiege bis zur Bahre: Formulare, Formulare
Papierkram und Bürokratie gehören zu unser aller Alltag. Von der Geburt bis über den Tod hinaus spielen Anträge und Dokumente eine wichtige Rolle. Oft sind diese Formulare nicht intuitiv verständlich und stellen eine Hürde dar. Im Sterbefall unterstützen wir die Angehörigen dabei, zum richtigen Zeitpunkt die erforderlichen Dokumente und Formulare einzureichen und damit alle Fristen einzuhalten. Dazu gehört die Anmeldung des Todes beim zuständigen Standesamt mit der Vorlage aller notwendigen Dokumente, die Abmeldungen bei Krankenkasse und Rentenversicherung und die Unterstützung bei der Beantragung von Hinterbliebenenbezügen. Mittlerweile können wir für die Angehörigen auch einen Zugang zu einem Online-Assistenten einrichten, über den die Sie mit wenigen Klicks weitere Verträge des Verstorbenen, von der ADAC-Mitgliedschaft bis hin zum Stromvertrag, ab- oder auf einen neuen Vertragspartner ummelden können. So soll nicht der Papierkram im Todesfall im Vordergrund stehen, sondern die Verarbeitung der Trauer. Februar 2024
Abschied nehmen
Der Schriftsteller Heinz Kudszus hat einmal geschrieben: „Abschied ist die innigste Form menschlichen Zusammenseins.“ Wie intensiv ein Abschied von einer geliebten Peron sein kann, kann wohl jeder nachempfinden. Man ist sich noch einmal besonders nah, in dem Bewusstsein sich danach voneinander trennen zu müssen. Doch in dieser Schwere des Abschieds wird auch die Bedeutung der Beziehung spürbar. Gerade wenn jemand stirbt und einen die Endgültigkeit dieses Abschieds mit voller Wucht trifft, erkennt man den Wert des anderen, den Wert einer langen gemeinsam verbrachten Zeit, den Wert von Erinnerungen an die schönsten Augenblicke, den Wert einer Berührung, eines letzten Kusses. Oft hört man, man müsse die Toten loslassen. Ich glaube das nicht. Wir müssen Verstorbene nicht loslassen. Die Lücke, die entsteht, dürfen wir füllen mit Liebe und den schönsten Erinnerungen. So bleibt der Verstorbene nah und ein Teil unseres Lebens. Abschied nehmen heißt: Wir lassen nur die Hand los, aber nicht den Menschen! Januar 2024
„Ich wünsch dir gute Reise“
So heißt es im gleichnamigen Trauerlied von Jan und Jascha, das eine weitverbreitete Symbolik beschreibt. Der Verstorbene als Reisender. Der Mensch bricht im Moment des Sterbens auf an einen anderen Ort. Er verlässt seine Familie, seine Freunde, sein vertrautes Umfeld und schlägt einen neuen, unbekannten Weg ein. Oftmals ist es den Angehörigen ein Bedürfnis, dem Verstorbenen auf diese Reise etwas mitzugeben. Ihm etwas in die Hand oder zu ihm in den Sarg zu legen, das bei ihm bleiben soll. Neben religiösen Symbolen können das auch persönliche Gegenstände sein. Zum Beispiel dicke Wollsocken, denn sie hat doch so schnell gefroren. Seinen Hut, ohne den hat er nie das Haus verlassen! Eine Tafel Schokolade als Wegzehrung und eine Zigarette für die Verschnaufpause. Mir gefällt dieser Brauch. Zeigt er doch, wie die Person auch im Tod noch von ihren Nächsten umsorgt wird und es ist spürbar, wie gut es den Angehörigen tut den Abschied aktiv mitzugestalten. Dezember 2023
„Genau so war er!“
Ein Satz, den man nach einer Trauerrede besonders gerne hört. Der Verstorbene wurde treffend beschrieben, für einen Moment war er wieder ganz präsent, die Erinnerungen an ihn lebhaft. Was für ein wertvoller Augenblick für die Angehörigen und ein wichtiger Schritt zur Bewältigung ihrer Trauer. Wie schwierig es ist, im Moment des Abschieds den richtigen Ton zu treffen, kann wohl jeder bestätigen, der schon einmal selbst bei Beileidsbekundungen  mit den Worten gerungen hat. Man will trösten, aufbauen und dabei den Verlust nicht kleinreden. Neben Geistlichen beschäftigen sich auch Trauerredner tagtäglich mit dieser Herausforderung, denn die Rede ist das Kernstück der meisten Abschiedszeremonien. Ich finde, in diesem Moment die passenden Worte zu wählen und aus den Erzählungen der Angehörigen ein treffendes Bild des Verstorbenen zu kreieren, ist eine Kunst. Es gilt, eine Balance zu finden; zwischen Abschied und Erinnerung, zwischen Tiefe und Leichtigkeit. Wir arbeiten seit Jahren mit zertifizierten Trauerrednerinnen und Trauerrednern zusammen und unterstützen Sie gerne einen passenden für Sie zu finden. November 2023